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„Mit Sicherheit mehr Spaß im Sport“
Bohuslav präsentiert erstes „Sportsicherheitsprogramm NÖ“
„Mit Sicherheit mehr Spaß im Sport“ heißt die Devise
BILD
Foto (z.V.g.): Sportlandesrätin Dr. Petra Bohuslav und Dipl. Ing. Christian Kräutler (KfV) präsentierten erstes „Sportsicherheitsprogramm NÖ“
In NÖ passieren jährlich fast 30.000 Sportunfälle. Bereits jeder fünfte Unfall ereignet sich im Sport, nur jeder 15. im Straßenverkehr. Viele dieser Unfälle könnten durch die Beseitigung von Gefahrenquellen und durch Bewusstseinsbildung verhindert werden. Das Sportland NÖ hat daher gemeinsam mit dem KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) das Österreich weit erste Sportsicherheitsprogramm eines Bundeslandes erarbeitet, das heute von Sportlandesrätin Dr. Petra Bohuslav und Dipl. Ing. Christian Kräutler (KfV) präsentiert wird. Es trägt der Entwicklung Rechnung, dass sich Bewegung und Sport zwar überaus positiv auf die Gesundheit auswirken, diese Wirkung durch Sportverletzungen aber stark geschmälert wird. Durch den volkswirtschaftlichen Schaden wird die positive Wirkung um 53 % reduziert. Bohuslav: „Ausgehend von aktuellen Daten aus der Unfallforschung setzen wir mit dem Programm gezielte Schwerpunkte zur Verbesserung: Dort wo viel passiert, wo wirksame Maßnahmen verfügbar und helfende Partnerschaften vorhanden sind“.

„Die aktuelle Unfallentwicklung im Sport zeigt, dass sich die Hälfte der 28.500 Sportunfälle in NÖ in den drei Sportarten Fußball (20 %; d.s. 5.600), Schifahren (16 %, d.s. 4.600) und Radfahren (14 %;d.s. 4.100) ereignet“, berichtet Dipl. Ing. Kräutler. Es folgen Hand-, Volley- und Basketball sowie Reiten und Pferdesport mit je 6 % sowie Snowboarden und Laufen mit je 5 %. Am häufigsten von Sportunfällen betroffen ist die Altersgruppe der 10 – 29-Jährigen mit 49 % und ist analog zu der Verteilung der Sportausübung doppelt so hoch wie der Anteil an der Gesamtbevölkerung (24 %). Zu 28 % ist die Gruppe der 30 – 49 Jährigen betroffen. Die Geschlechterverteilung ist sehr unterschiedlich nach Sportart. Sportunfälle passieren aber zu 65 % Männern.

„Viele Unfälle könnten durch die Beseitigung von Gefahrenquellen aber auch durch Bewusstseinsbildung verhindert werden“, so Bohuslav. “Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass auch das Gefahrenpotential der einzelnen Sportarten oftmals falsch eingeschätzt wird, ebenso wie das eigene Leistungsvermögen“, unterstreicht Kräutler. Die Sportarten Mountainbiken, Schifahren und Snowboarden werden als eher gefährlich eingeschätzt, bei Reiten, Fußball und Rodeln hält sich die Einschätzung der Gefährlichkeit die Waage, Eislaufen Radfahren und Handball gelten als tendenziell ungefährlich und Basketball, Volleyball und Laufen werden überhaupt als gänzlich ungefährlich empfunden.

Der Anteil der sportlich aktiven Menschen in der Bevölkerung reduziert sich im Laufe des Lebens von nahezu 100 % in der Schulzeit auf unter 40 %. Als häufigste Gründe werden Motivationsmangel (59 %), Zeitmangel (52 %) oder berufliche Gründe (37 %) angegeben. Ein zu hohes Verletzungsrisiko oder eine bestehende Sportverletzung sind für 22 % Grund sportlich inaktiv zu sein.

„Das Sportsicherheitsprogramm für Niederösterreich setzt nun auf unterschiedlichen Ebenen an. Es richtet sich einerseits an die einzelnen Sportausübenden, aber auch an Verantwortliche aus Politik und Sport, die beispielsweise Qualifikationsmaßnahmen für Trainer festlegen oder über Gesetze zu einer Erhöhung der Sicherheit im Sport beitragen können“, erläutert Kräutler. „Bestes Beispiel dafür sei die Einführung der Schihelmpflicht für Kinder unter 15 Jahren: Für viele ist das Tragen eines Helms mittlerweile selbstverständlich geworden“, freut sich Bohuslav.

Vielen Hobbysportlern sind die Risiken beim Sport oft gar nicht bewusst. Sie sind der Ansicht, dass ihnen selbst nichts passieren kann. Das ist allerdings ein Trugschluss: Auch Profisportlern, die sich ausgezeichnet vorbereiten, passieren Unfälle.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern insbesondere mit den Sportvereinen und Verbänden in den nächsten zehn Jahren ganz gezielt Schwerpunkte in den zehn am häufigsten betroffenen Sportarten zu setzen. So könnten 80 % der Sportunfälle abgedeckt werden“, zeigt sich Bohuslav optimistisch.