Bedarfs- und Bestandsanalyse zu NÖ Eissportanlagen

Bedarfs- und Bestandsanalyse zu Niederösterreichs Eissportinfrastruktur, Juni 2025
Das Land Niederösterreich nahm mit einer Bedarfs- und Bestandsanalyse die Eissportanlangen im Land unter die Lupe und lieferte erstmals ein umfassendes Bild über die aktuelle Infrastruktur, den zukünftigen Bedarf sowie regionale Unterschiede.
Ziel der Untersuchung war es, Engpässe zu identifizieren, den Sanierungsbedarf zu erfassen und aufzuzeigen, wie die Eissportversorgung in den Regionen verbessert werden kann. Die Studie wurde gemeinsam mit icons – consulting by students umgesetzt und basierte auf einer Kombination aus Primär- und Sekundärdatenerhebungen, Online-Umfragen und qualitativen Interviews.
Im Rahmen der Untersuchung wurden vier Schwerpunkte analysiert: ein Benchmarking mit den Regionen Steiermark, Oberösterreich, Niederbayern und Freiburg, eine Bedarfserhebung unter niederösterreichischen Eissportvereinen, eine Bestandsaufnahme der bestehenden Anlagen sowie die Darstellung von Best-Practice-Beispielen. Im Vergleich der Regionen belegt Niederösterreich eine mittlere Position, weist jedoch im Gegensatz zu anderen Bundesländern deutlich weniger geschlossene oder wettergeschützte Hallen auf. Dies führt zu eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten und kürzeren Betriebszeiten, was den Modernisierungsbedarf der Infrastruktur verdeutlicht. Besonders der Eisstocksport zeigt mit Abstand den höchsten Bedarf an Eisstunden, gefolgt vom Eishockey. Die Nachfrage konzentriert sich stark auf die Bezirke Amstetten, Neunkirchen, St. Pölten (Stadt) und Wiener Neustadt (Stadt), während das Wald- und Weinviertel geringere Bedarfe aufweist.
Von den insgesamt 31 erfassten Standorten verfügen lediglich zwölf über Eisflächen mit Normgröße, die für alle Eissportarten geeignet sind. Zudem besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf – vor allem bei Kältemaschinen und Eispisten. Ein Teil davon ist auf die EU-Vorgaben zum Einsatz zukunftssicherer Kältemittel zurückzuführen. Ergänzend zeigt die Analyse, dass knapp die Hälfte aller Anlagen reine Freiplätze ohne Wind- und Sonnenschutz sind, wodurch die Nutzungsdauer stark verkürzt wird.
Abschließend stellt die Studie drei Baukategorien vor, die als Best-Practice-Beispiele dienen können: einfache überdachte Eisflächen, die für Gemeinden eine kostengünstige Lösung darstellen, teiloffene Hallen, die ein gutes Verhältnis zwischen Energieeffizienz und Witterungsschutz bieten, sowie geschlossene Hallen, die durch höchste Eisqualität überzeugen und vor allem in Regionen mit hohem Nutzungsaufkommen sinnvoll sind. Insgesamt unterstreicht die Untersuchung, dass Investitionen in moderne, energieeffiziente und wetterunabhängige Anlagen notwendig sind, um die Zukunft des Eissports in Niederösterreich nachhaltig zu sichern und die regionalen Unterschiede auszugleichen